Ursprünglich wollte ich richtige Baumhäuser bauen. Am Baum dran, in lichter Höhe. Dafür habe ich – wie ich jetzt weiß – aus gutem Grund keine Genehmigung erhalten, denn: „Von den verbreitetsten Arten Fichte, Esche, Kiefer, Buche und Eiche sind vier von fünf Bäumen krank.“ (Waldzustandsbericht 2023 des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)). Das liegt vor allem an der vorwiegend forstwirtschaftlichen Nutzung unserer Wälder und in diesem Zusammenhang der Aufforstung mit schnellwachsenden Monokulturen wie bspw. der Fichte.
Diese Betroffenheit hat mich dazu veranlasst das Baumhausprojekt in Wald ist Zukunft umzuwidmen. Folgende, über 20 verschiedene, heimische und nichtheimische Baumarten haben wir auf dem Areal und drumherum gepflanzt.
Alphabetisch geordnet, von A wie Ahorn bis Z wie Zeder findet Ihr im Nachfolgenden Wissenswertes, ernüchternde und faszinierende Wahrheiten über die verschiedenen Gehölze. Vor Ort im Wald ist Zukunft findet Ihr entlang dem ca. 200m langen Walderlebnispfad sämtliche Baumarten anschaulich beschildert. Viel Spaß.
Ahorn
Der Edellaubbaum Bergahorn wird als durchaus anspruchsvoll aber anpassungsfähig beschrieben. Der Ahorn verlangt basischen Boden. Liegt aber z.B. ein versauerter Oberboden bis 40 cm über einem nährstoffreichen Unterboden, sind Bergahorne durchaus in der Lage, diesen Standortnachteil mit Tiefendurchwurzelung zu kompensieren. Das haben Pflanzversuche seit den 90igern in Bayern nachgewiesen. Seit 2018 tritt in Bayern, vor allem Nordbayern jedoch verstärkt die Rußrindenkrankheit auf. Sie wird ebenfalls mit dem Klimawandel und trocken-heißer Sommerwitterung in Verbindung gebracht. Bei Ausbruch der Rußrindenkrankheit bilden sich unter der Rinde des Baumes schwarze Sporenlager. Diese treten zunächst als flache Beulen in der Rinde in Erscheinung, welche aufplatzen und an Ruß erinnernde Sporen freigeben und sich über die Luft verbreiten.
Ahornholz besitzt eine ausgezeichnete Wertleistung für den Innenausbau und Möbel aller Art.

Baumhasel
Die Baumhasel ist ein wahres Integrationstalent. Sie kommt gut mit anderen Baumarten aus und breiten sich nicht über Gebühr aus. In Zeiten des Klimawandels gewinnt sie mit einer hohen Widerstandsfähigkeit gegen abiotische und biotische Schäden, Anspruchslosigkeit an den Boden, Trockenstresstoleranz sowie Winter- und Spätfrostresistenz an Bedeutung.
Ihr natürliches Verbreitungsgebiet waren die Balkanhalbinsel, der Norden der Türkei, Kaukasus bis nach Afghanistan.
Das Holz dieser Halbschattenbaumart ist sehr wertvoll, die Haselnüsse sehr lecker.

Bergulme
Seit Jahrzehnten auf dem Rückzug sind die ohnehin seltenen Ulmenarten. Für ihr Verschwinden aus den Wäldern, Alleen und Parks sind vornehmlich zwei Käfer und ein Pilz verantwortlich. Ein winziger Schlauchpilz verstopft die Gefäße der Ulme. Weiterhin haben der Kleine und der Große Ulmensplintkäfer, zu den Borkenkäfern gehörend, durch den Fraß im Ulmenholz und die Verbreitung der Pilzsporen für den tragisch-effektiven Seuchenzug des Ulmensterbens gesorgt. Den Forstwissenschaftlern bleibt nur die zweifelhafte Hoffnung, dass irgendwann den Ulmensplintkäfern schlicht die brutfähigen Bäume weggestorben sind. Diese Hilflosigkeit von Baum und Mensch gegenüber dem Ulmensterben ist aber einmal mehr Zeugnis für die tückische Gefahr, die von eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten oder Pilzen in heimischen Ökosystemen ausgehen kann. Zudem zeigt das für die Ulmen fatale Zusammenwirken von Pilz und Käfer beispielhaft die komplexen Zusammenhänge in der Natur, die, einmal durch menschliches Handeln in ihren Abläufen gestört, trotz aller Mühen nicht mehr rückgängig zu machen sind.
Das einzigartige Ulmenholz ist dunkel und hart und eignet sich für den Innen- und Außenbereich.

Douglasie
Die Douglasie ist eine ästhetische, flexible und leistungsfähige Baumart. Ursprünglich stammt sie aus dem westlichen Nordamerika (von Kanada bis nach Mexiko), wo sie in den küstennahen Gebirgen verbreitet war. Auf tiefgründigen und gut durchlüfteten Böden, bildet die Douglasie ein dicht verzweigtes tiefreichendes Herzwurzelsystem, mit dem sie relativ schnell wachsend zu stattlicher Größe heranwachsen können. Douglasien können ein Alter von bis zu 700 Jahren erlangen.
Die Douglasie erwies sich in der Kulturphase im Rahmen von Forstprojekten in Baden Württemberg im Vergleich zu anderen Baumarten eher als Mimose. Die Gründe dürften in kleinstandörtlichen Faktoren wie z.B. Nährstoffmangel, Staunässe, Frostmulden etc. liegen, die bei Douglasien offensichtlich stark differenzierend wirken.

Edelkastanie
Die Edelkastanie ist eine wärme- und lichtliebende Baumart. Sie kam vor 2.000 Jahren mit den Römern zu uns und liefert seit dem Nahrung und Holz. Im Vorsommer schmeichelt die Kastanie dem Auge mit ihrer Blütenpracht und im Herbst mit goldgelben Blättern. Im Besonderen beliebt sind ihre nahrhaften Früchte sowie ihr besonders dauerhaftes und optisch ansprechendes Holz aus. Heute wird der Edelkastanie ein hohes Potential im Klimawandel zugesprochen. Sie ist relativ trockenheitstolerant und wächst bevorzugt auf sauren Böden. Besonderheit: Die Edelkastanie gehört zu den Arten, die sich nicht selbst befruchten können und deshalb auf Fremdbestäubung durch Inseklten und Wind angewiesen sind.
Die Edelkastanie ist in Europa in zunehmendem Masse durch die Tintenkrankheit bedroht. Diese wird hauptsächlich durch zwei kälteempfindliche Pilzarten verursacht, welche von der globalen Erwärmung profitieren.

Esche
Flatterulme
Lebensraum dieser kaum bekannten Baumart sind Feuchtgebiete und Flusslandschaften, insbesondere die periodisch überfluteten Auen. Die Flatterulme mit ihrer eigenartig unregelmässig gewölbten Krone wird, je nach Standort und Umgebung, 15 bis gut 30 m hoch. In der Jugend ist sie raschwüchsig und hat bereits nach 50–60 Jahren ihr Höhenwachstum abgeschlossen. Normalerweise wird sie 150–250 Jahre alt, in Ausnahmefällen bis 500 Jahre. Die langgestielten, rötlichen bis violett-braunen und büschelförmigen Blüten der Flatterulme blühen bereits im März noch vor dem Blattaustrieb. Sie reifen im Mai/Juni zu 10-12mm länglich ovalen grau-grünen Früchten. Diese flattern unübersehbar schon beim kleinsten Windstoss – daher der Name „Flatterulme“.
Flatterulmen gehören zu den seltenen Kern-Reifholzbäumen, das heisst, ihr Holz ist im zentralen Teil wasserärmer als das umgebende farblose Splintholz. Das langfaserige Holz ist zäh, schwer spaltbar und lässt sich gut biegen.

Fichtensterben
Natürliche Fichtenwälder sind in Deutschland außerhalb des Hochgebirges selten und insgesamt hochgradig gefährdet. Längeren Trockenphasen können die flachwurzelnden Gehölze nichts entgegen setzen. Das Ökosystem Fichtenwald wird von der Fichte dominiert. Daneben finden sich Lärche, Zirbe, Tanne, Kiefer, Birken-Arten und Vogelbeere. Die Bodenvegetation setzt sich zusammen aus Wintergrün- und Bärlapp-Gewächsen, Beersträuchern, dem Moosglöckchen, dem europäischen Siebenstern, Orchideen-Gewächsen, dem Wald-Wachtelweizen und zahlreichen Moosarten. Die Mortalität der Fichte bzw. der Totholzanteil im Fichten-Moorwald-Ökosystem ist natürlicherweise hoch. Der Fichtenwald wird bis auf sehr wenige Restflächen auf kältegeprägten Extremstandorten oder dem Rand von Hochmooren verloren gehen. Die derzeitige Fläche vermindert sich dabei um über 90 Prozent auf nur noch 360 Hektar. Wärmeliebende Baumarten wie Rotbuche, Bergahorn und Weißtanne werden die Flächen des Lebensraumtyps erobern und nachhaltig verändern. Die Fichte wird in dem neuen Bergmischwald auch weiterhin eine Rolle spielen, wenngleich Störungen aufgrund von Borkenkäferbefall häufiger und intensiver werden dürften. Als schnellwachsende Wirtschaftsbaumart wird die Fichte u.a. durch die Weißtanne abgelöst werden.

Ginkgo
„Lebendes Fossil“ – so nannte Charles Darwin diesen Baum, zurecht. Dieser Baum existiert seit hunderten Millionen von Jahren und ist weder ein Laub- noch ein Nadelgehölz. Vielmehr ist er sogar noch vor den Nadelbäumen am Ende des Perm (Erdaltertum) entstanden. Zu diesem Zeitpunkt war er weit verbreitet und es gab viele verschiedene Gattungen und Arten auch im späteren Europa. Doch bis in unsere heutige Zeit hat nur eine einzige Art in Asien überlebt: der Ginkgo biloba. Im 18. Jahrhundert kam er als Zierbaum zurück nach Europa. Besonders auffällig ist die schöne, strahlend gelbe Herbstfärbung der Blätter. Einer der wohl bekanntesten Ginkgobäume ist der Ginkgo, der bei einem Tempel in Hiroshima steht. Er überlebte die Atombombe vom 6. August 1945, die zahllose Menschen tötete und das Gebiet vollkommen zerstörte – bis auf diesen Baum. Zwar trug auch er Brandschäden davon, doch blühte er im Jahr darauf wieder in zartem Grün. Bis heute gedeiht er. Ich liebe den Ginkgo.

Grauerle
Die Grau-Erle ist ein sommergrüner, oft mehrstämmiger und bis zu 20m hoher Baum, der selten ein Alter von 50 (100) Jahren überschreitet. Man findet sie in feuchten Auenwäldern, in Mooren und Sümpfen. Ihr Name ist auf die graugrüne Blattunterseite und die stets glatte und ebenfalls graue Rinde zurückzuführen. In der Naturheilkunde schätzt man Erlenrinde und -blätter als fiebersenkend, Spender für Energie und Lebenskraft und behandelt damit Entzündungen im Rachen und Halsraum. Besonderheit: Das Holz der Erle „blutet“ beim Fällen. Alder, Eila oder auch Otterbaum sind weitere Namen des Birkengewächses. Man erkennt die Erle leicht an ihrer dunklen schuppigen Borke und den an der Spitze abgerundeten, eingekerbten Blättern.

Hainbuche – Baum des Jahres 2022
Wäre der Wald seit menschen gedenken sich selbst überlassen geblieben, so mutmaßt die Wissenschaft, bestünde der Wald auf deutschen Territorium zu über 90% aus Buchen. In Bayern ist sie auch heute der häufigste und wirtschaftlich bedeutendste Laubbaum. In den meisten Regionen kann sie wegen ihrer breiten Standortsamplitude und ihrer hohen Anpassungsfähigkeit auch in Zukunft für den Anbau empfohlen werden. Im Wald ist Zukunft haben wir sie vornehmlich mit den Weißtannen im Unterholz, also (halb)schattig entlang des Bachlaufes gepflanzt. Als wir die Auflage bekamen, die Fichten und Eschen aus Gefährdungsgründen zu entnehmen, konnte man förmlich zusehen, wie die Jungbuchen aus dem Unterholz gen Sonne geschossen sind, wie auf dem Bild links und rechts der Eule zu sehen.

Japanische Lärche
Die Heimat der Japanischen Lärche ist Zentral-Japan. Sie wird dort als Forstbaum wie auch als Zierbaum, häufig auch als Bonsai angebaut.
In Deutschland gilt sie als nichtinvasive, fremdländische Baumart, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde und mittlerweile als heimisch eingestuft wird. In Deutschland nimmt die Japanische Lärche nach der 3. Bundeswaldinventurt (2012) mit 83.000 Hektar in der Hauptbestockung einen Flächenanteil von 0,8 Prozent ein. Die Bäume lieben hohe Luftfeuchtigkeit, sie ist aber gegen extreme Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter empfindlicher als die Europäische Lärche. In Klimaten mit hoher Luft- und Bodenfeuchtigkeit scheint sie dieser aber überlegen zu sein. Mit ausreichender Lichtversorgung wächst die Japanische Lärche sehr schnell. Im Alter von 10 Jahren erreicht sie bereits eine Höhe von bis zu 5 Metern (Gemeine Fichte: 3,5 m) und kann so mit der ebenso schnellwüchsigen Douglasien mithalten. Seltene Flechten besiedeln gern ältere Japanische Lärchen. So konnte die in Thüringen als ausgestorben geltende Bartflechte (Usnea) an Lärchenbeständen wiederentdeckt werden. Im witterungsmechanisch beanspruchten Bergwald-Bestand wird durch die Forstwirtschaft oft gezielt die Japanische Lärche zur Stärkung des Bestandes eingebracht.

Libanonzeder
Die libanesische Zeder wird in Mitteleuropa bislang nur wenig angebaut. Derweil zeichnet sich der anspruchslose Baum u.a. durch ihr leicht zu bearbeitendes und wetterbeständiges Holz aus. Die Libanonzeder hat vermutlich kein invasives Potenzial und bietet sich als Alternative für Fichtenstandorte an. Ursprünglich kommt die Baumart, wie der Name erahnen lässt, aus dem Libanon, Syrien und vor allem aus dem Gebiet der Türkei.
Die Libanonzeder verlangt einen sonnigen Standort und kalkhaltige Böden. In den Anfangsjahren wächst sie eher langsam (3m in 10 Jahren), kann aber bis zu 800 Jahre alt werden. Auch sind Wuchshöhen von 40m nicht ungewöhnlich. Libanonzedern können Sommerdürren ertragen. Spätfröste im Frühjahr stellen jedoch eine Gefahr dar. Weiterhin ist die Baumart arg vom Schädlingsbefall gefährdet, angefangen beim Zeder-Prozessionspinner, über den Borkenkäfer bis hin zur Zederblattmotte. Eichhörnchen lieben ihre Zapfen. Damit bleibt die Libanonzeder in unseren Breiten wohl eher die Ausnahmeerscheinung im Wald.

Riesenmammutbaum
Die Mammutbäume sind eine Unterfamilie der Pflanzenfamilie der Zypressengewächse. Als Zukunftsbaumart für unsere Breiten zeichnet den Mammutbaum aus, dass er bisher als relativ frei von schwerwiegenden Krankheiten und Schäden gilt. Im Hinblick auf sein Höchstalter (mithin > 3.500 Jahre) wird der Mammutbaum sehr früh fruchtbar: Nach zehn Jahren erreicht er dieses Stadium. Das Gehölz besitzt sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Sein jährliches Wachstum ist mit 40-60 cm dem einer heimischen Tanne vergleichbar. Ungewöhnlich: Er ist einer der wenigen Nadelbäume, die im Winter ihre Nadeln fallen lassen. Ursprünglichen kommen die Mammutbäume aus dem Westen Nordamerikas. Besonderheit: Ihre dicke, faserige Rinde schützt sie vor Waldbränden. Insgesamt zehn Riesenmammutbäume haben im Wald ist Zukunft Ihr neues Zuhause gefunden.

Sandbirke – als Heil- und Klimawandel-Zukunftsbaumart gehandelt.
Die Birke ist einer der ersten Frühlingsblüher in unseren Breiten, gewährt Lebensraum für viele Tiere und lebt symbiotisch mit vielen verschiedenen Pilzen. Die Birke ist zudem sehr widerstandsfähig. Seit dem Mittelalter gilt sie als Heilbaum. Birkensaft fördert z.B. den Haarwuchs. Tinkturen lindernd Gelenkeschmerzen und wirken antibakteriell gg. Hautleiden. Wässrige Auszüge bringen unseren Stoffwechsel wieder in Schwung, Birkenblätter und Birkenrinde werden bei Blasen- und Nierenbeschwerden und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.Birkenknospen werden zu Öl oder getrocknet zu Gewürzen verarbeitet. Der Wahnsinn – diese Birke. Deswegen haben wir gleich mal einen ganzen Birkenhain gepflanzt, auch weil ich das lichtdurchlässige Blätterdach so schön finde.

Schwarzkiefer
Die Schwarzkiefer gewinnt in Zeiten des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Als gering invasiv geltend, trägt sie u.a. zur Stabilisierung labiler Waldbestände bei. Die Schwarzkiefer ist eine südeuropäische trockenheits- und frosttolerante Halbschattbaumart mit geringen Ansprüchen an den Boden. Sie hat eine sehr breite Klimaamplitude und ist an Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 6 und 18 °C sowie jährliche Niederschlagsmengen zwischen 330 und 2.200 mm angepasst. Sie erträgt dabei Temperaturextreme von -30 °C bis +40 °C. Die Schwarzkiefer ist in der Lage, auf waldbaulich schwierigsten Standorten stabile Bestände zu bilden. Im Vergleich zur Waldkiefer wächst die Schwarzkiefer anfangs langsamer, holt aber durch ihr anhaltendes Höhen- und Durchmesserwachstum später auf. Sie ist oft vergesellschaftet mit wärmeliebenden Eichen- und Straucharten. Das Schwarzkiefernholz verfügt durch die technischen Eigenschaften grundsätzlich über ein breites Anwendungsfeld als bspw. Konstruktionsholz im Innen- und durch den hohen Hartzgehalt auch im Außenbereich.

Silberweide
Die gut 30 heimischen Weidenarten kommen in unterschiedlichsten Wuchsformen vor: vom über 25 Meter hohen Baum bis zum am Boden kriechenden Sträuchlein. Weiden sind an dynamische Lebensräume angepasst und haben eine grosse ökologische Bedeutung.

Stiel- und Traubeneiche

Traubenkirsche
In Auwäldern kommt die Traubenkirsche recht häufig vor. Sie wächst schneller als andere Auengehölze, wie z.B. die Grauerle oder die Esche. Zumindest in jungen Jahren. Nach und nach fällt sie zurück in die zweite Schicht. Dabei kann sie ein sehr stattlicher Baum von 15 Metern Höhe und mehr werden. Häufig kommt es vor, dass die Traubenkirschen im Ende Mai/Anfang Juni silbrigweiß eingesponnen glänzen und bis auf das letzte Blatt kahl gefressen sind. Massen gelblicher, schwarz gepunkteter Raupen oder dicke Lager ihrer länglichen Puppengespinste ballen sich am Stamm zusammen. Verursacher ist die Traubenkirschen-Gespinstmotte. Sobald die gelblichen, schwarz gepunkteten Raupen schlüpfen, befressen sie die Blätter. Anschließend beginnen sie an den Zweigspitzen Gespinste zu erzeugen. Ausgewachsen beginnen die Raupen gar die Äste und Zweige und schließlich auch den Stamm mit silberweißen Gespinsten zu überziehen. Gegenmaßnahmen nicht erforderlich: Zwei bis drei Wochen nach dem Kahlfraß treiben die Traubenkirschen wieder aus. Die Blätter dieser zweiten Generation sind zwar deutlich kleiner, dafür aber fast frei von Insektenfraß.

Walnuss
Wohl jeder kennt die schmackhaften Früchte des Walnussbaums. Neben den Früchten ist auch das Holz qualitativ, finanziell wertvoll und deshalb sehr begehrt. Die Walnuss ist aber keine wirkliche Waldbaumart. Forstliche Versuchsanbauten in der Schweiz und Baden-Württemberg mit einheimischen Walnuss-Herkünften aus Feldflur und Obstbau ergaben: der Walnussbaum ist eine konkurrenzschwache frostempfindliche Lichtbaumart und auf Waldboden stark durch den Hallimaschpilz gefährdet.
Die ursprüngliche Heimat des Walnussbaumes liegt in Mittelasien. Es wird angenommen, dass unsere Vorfahren für ihre Ernährung die hochwertige Frucht mit nach Westen brachten. Baumnüsse enthalten eine wahrhaft konzentrierte Ansammlung verschiedener Vitamine, chemischer Bestandteile (wie z. B. Aminosäuren), Kohlenhydraten, Mineralstoffen und reichlich Fett (50 – 70%).
Walnussbäume bilden eine weit ausladende, kugelförmige Krone und können je nach Standort eine Höhe von 20 – 30 m erreichen. Die Dank einer Pfahlwurzel tief im Boden verankerten Bäume werden rund 150 Jahre alt (Ausnahmen bis 400 Jahre). Nussholz ist sehr begehrt und wird vielfältig z.B. Instrumentenbau verwendet.

Weißtanne – Hoffnungsträger im Klimawandel
Mit dem Pfahlwurzelsystem reicht die Tanne (Abies alba) sehr tief. Mit dieser Eigenschaft und dank ihrer genetischen Vielfalt sollte die Weisstanne fit für den Klimawandel mit Stürmen und Trockenphasen gut gerüstet sein. Nebst ihrer Funktion im Schutzwald ist die Weisstanne im Wirtschaftswald ebenfalls eine wichtige Baumart. Die Eigenschaften und die Verwendung ihres Holzes sind denjenigen der Fichte sehr ähnlich. Da ihr Holz gut imprägnierbar ist, wird Tannenholz dort bevorzugt, wo Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit gefragt ist.
Die Tanne kann in der Jugend jahrzehntelang mit geringem Lichtanspruch auskommen und sich somit ohne Probleme gegen die rascher wachsenden Buchen behaupten. Beide Baumarten haben wir zusammen im hinteren Bereich am Bach im Unterholz gepflanzt.

Pilzmyzel – das größte Lebewesen der Erde
Größtenteils besteht ein Pilz aus fadenförmigen Zellen, die sich als verzweigendes Pilzgeflecht im Boden ausbreiten und für das menschliche Auge unsichtbar sind. Einige mehrzellige Pilze bilden oberirdisch wachsende Fruchtkörper, die aber nur einen kleinen Teil eines Pilzorganismus ausmachen. Unterirdische Myzel einigen Pilzarten erreichen eine Ausdehnung von weit über einem Quadratkilometer. Das größte bisher gefundene Exemplar ist ein Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae) mit einer Ausdehnung von über neun Quadratkilometer und einem geschätzten Gesamtgewicht von ca. 7 500 Tonnen. Dieser Organismus gilt heute als das größte Lebewesen der Erde. Sein vermutetes Alter beträgt mindestens 1 900 Jahre, vielleicht auch über 8 000 Jahre.
In den Zellzwischenräumen findet in großem Stil ein Stoffaustausch aus Baum und Pilz statt: Die Bäume liefern über die Photosynthese gewonnene Kohlenhydrate in Form von Zucker. Da die Pilze selbst nicht im Stande sind, Photosynthese zu betreiben, liefern sie im Gegenzug Wasser und Nährstoffe wie Phosphate und Stickstoff. Eine bemerkenswerte Symbiose, bedenkt man, dass der Baum über das Pilzmyzel in die Lage kommt, Wasser aus größerer Entfernung zu beziehen, sollte es langanhaltende Trockenheit notwendig machen.
Auch wenn die meisten Pilze ortsfest sind – Schleimpilze können sich sogar bewegen –, gehören sie weder zum Tier-, noch zum Pflanzenreich. Ihnen fehlt die typische Pflanzeneigenschaft, mit Hilfe von Blattgrün und Sonnenlicht energiereiche Kohlenhydrate selbst herzustellen. Manche Pilze helfen sich, indem sie Laub und andere Organismen zersetzen. Die Mykorrhizapilze sind mangels geeigneter Enzyme dazu nicht in der Lage, sie lassen sich deshalb von den Bäumen versorgen.
Untersuchungen zeigen, dass die Bäume dabei zwischen einem Zehntel und einem Viertel ihrer gesamten Produktion an die Pilzpartner abliefern. Dabei sind manche Pilze auf bestimmte Baumarten spezialisiert, andere zumindest auf Laub- oder auf Nadelgehölze. Fast jeder Baum wiederum geht Partnerschaften mit mehreren Pilzarten gleichzeitig ein.
Gleichzeitig wirkt der Pilzmantel um die Baumwurzeln als hochwirksamer Schwermetallfilter; Krankheitserreger, selbst Trockenheit und Frost können dem Baum ebenfalls weniger anhaben. Der Nachteil aus menschlicher Perspektive: Zurückgehaltene Schwermetalle wie Cadmium oder Blei reichern sich im Pilz an, besonders in den Fruchtkörpern. Das gilt auch für radioaktive Stoffe wie Cäsium. Angesichts einer Halbwertszeit von 30 Jahren sind von lange vergangenen Atombombentests und von der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986 noch erhebliche Strahlungsmengen aktiv.
Alles lassen auch die Mykorrhizapilze nicht mit sich machen. Auf Stickstoff-Überdüngung zum Beispiel reagieren sie empfindlich. Und Stickstoff regnet heute durch Verwehungen aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr in großen Mengen auch über die Wälder nieder. Während das den Holzzersetzern unter den Pilzen nichts ausmacht, schlägt es bei den Mykorrhizapilzen auf das Wachstum und es werden weniger Fruchtkörper gebildet. Das Artenspektrum verändert sich und am Ende wird die Vitalität unserer Waldbäume gleichfalls abnehmen. Geht es einem der beiden Partner schlecht, leidet auch der andere.